Schnell auswendig lernen – die besten Tipps


Schnell auswendig lernen – die besten Tipps
Schon im Kindergarten lernen Kleinkinder, Lieder und Gedichte auswendig nachzusprechen und zu singen. Die Fähigkeit dazu wird aber weitaus früher angelegt, denn nur durch das Nachsprechen und Nachahmen kann der Mensch überhaupt das Sprechen erlernen und sich so verständigen. Mit zunehmendem Alter wird die Fähigkeit verbessert, aber nur dann, wenn der Schüler und später der Erwachsene nicht aufhört, das Auswendiglernen zu üben. In der Grundschule können Kinder schon weitaus längere Gedichte erlernen, als ihnen das wenige Jahre zuvor gelingt. Auf der weiterführenden Schule wird das wichtiger. Das gilt nicht nur für längere Texte, sondern auch für mehr Lieder, Gedichte und Texte. Aber auch Vokabeln kommen hinzu. 

Auswendiglernen begleitet durch das ganze Leben

Spätestens im Studium wird deutlich, dass Auswendiglernen eine wichtige Übung ist. Dabei geht es nun in den meisten Studienfächern weniger um das wortgetreue Wiederholen, sondern vor allem darum, die Inhalte wieder abrufen zu können. Doch auch exakte Worte können verlangt sein. Studenten der Schauspielerei müssen sich an Textvorlagen halten können. Juristen haben ebenfalls keinen kreativen Spielraum bei Gesetzestexten und wer Literatur rezitiert, muss sich ebenfalls genau an das halten, was der Autor auch verfasst hat. So können gewaltige Textpakete entstehen, die auswendig gelernt und möglichst lange abrufbar sein müssen. Aber wie gelingt das?


Welche Lernmethoden eignen sich?

Im Studium ist jedem Studierenden bewusst, dass nicht jede Lernmethode für ihn geeignet ist. Dennoch lohnt es sich, sich mit den verschiedenen Methoden zu befassen. Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erfassen, ändert sich im Laufe der Jahre. Deshalb ist es hilfreich, immer mal wieder neue Methoden auszuprobieren. Das Auswendiglernen bleibt aber in jedem Fall eine anspruchsvolle Aufgabe für das Gedächtnis. Ohne Anstrengung wird es deshalb auch bei der bestgeeigneten Methode nicht funktionieren. Auch im jungen Erwachsenenalter gilt, das regelmäßiges Trainieren die Merkfähigkeit deutlich verbessert. Dazu eignen sich auch Gedächtnisspiele, aber auch Tricks, um die nötigen Texte auch behalten zu können. 


Mit der richtigen Technik lernen

Der Lernerfolg ist nur gegeben, wenn das Erlernte schnell abrufbar ist und auch über längere Zeit abrufbar bleibt. Bei der Vorbereitung auf eine Prüfung zählt dennoch vor allem die Fähigkeit, noch schnell Definitionen oder Zitate auswendig zu lernen. Zunächst gilt es, eine Verbindung zum Text herzustellen.

Diese Vorgehensweise hilft allen:
  • Text lesen und verstehen
  • Innere Einstellung zum Text überprüfen
  • Fakten analysieren
  • Schwerpunkt setzen
  • Schlussfolgerungen aus dem Text formulieren
  • Mehrfach lesen
  • Text mit anderen erlernten Inhalten gedanklich verbinden

Aufteilen in Abschnitte

Ob das Auswendiglernen gelingt, ist immer auch etwas abhängig von der Tagesform. Zudem ist die Merkfähigkeit über einen längeren Lernzeitraum abfallend. Studierende sollten das Auswendiglernen deshalb an den Anfang des Lernens setzen und nach etwa einer Stunde noch einmal wiederholen. Lange Texte sind möglichst zu unterteilen. Die Abschnitte werden dann jeweils geübt. Eine gedankliche Verbindung, die auch eine Eselsbrücke sein kann, erleichtert das spätere Zusammenfügen. 

Formeln und Zahlen – Hier helfen oft nur Tricks

Texte lassen sich über den Sinnzusammenhang auswendig lernen. Bei Formeln und Zahlen genügt das nicht. Wichtig ist zunächst, sich bewusst zu machen, dass auch eine große Anzahl von Formeln und Zahlen erlernbar ist. Das Gehirn wird kaum an seine Grenzen stoßen. Auch hier gilt, möglichst kleinteilig zu beginnen. Eine bewährte Methode ist die Loci-Technik. Hier werden die Informationen auf bestimmte Orte (Loci) übertragen. Das kann alternativ auch eine Geschichte sein. Bestimmte Stellen auf der Route oder Namen in der Geschichte werden in Bezug mit der zu merkenden Zahl, Formel oder Definition gesetzt. Um die auswendig zu lernende Information abzurufen, läuft der Student in Gedanken die gemerkte Strecke oder geht die Geschichte gedanklich durch, bis er zur gesuchten Stelle kommt, wo die Information gedanklich platziert ist. 


Was sich an der Uni bewährt hat

Bewährt hat sich die Methode, die zu erlernenden Informationen zu reduzieren. Das ist vor allem bei längeren Textpassagen und umfangreichen Definitionen sinnvoll. Dazu werden zunächst Nebensätze oder ergänzende Zusatzinformationen weggelassen. Es ist durchaus möglich, dass sich die zu erlernende Aussage damit sogar vereinfacht ausdrücken lässt, ohne dass sie dadurch falsch wird. Grundsätzlich gilt, dass nur das auswendig lernbar ist, was der Studierende auch verstanden hat.
Auch diese Vorgehensweisen helfen: 
  1. Halbsätze aufschreiben und farblich unterschiedlich markieren
  2. Gedankliches Bild zu den Sätzen zeichnen (Eselsbrücke)
  3. Alles streichen, was bereits „sitzt“
Vor allem das Streichen bereits verinnerlichter Inhalte ist wichtig. Dadurch reduziert die Menge des zu lernenden Stoffes mit jedem Durchgang. Die Liste wird kürzer. Natürlich müssen auch so manche abgespeicherte Inhalte bei Gelegenheit wiederholt werden. Das gilt besonders für sehr komplexe Zusammenhänge, deren Erlernen viel Zeit in Anspruch genommen hat. 

Passende Umgebung schaffen

Auch wenn Musik oder Gespräche im Hintergrund beruhigend wirken können, beim echten und mitunter als stupide empfundenen Auswendiglernen, ist eine ruhige Umgebung besser, denn so kann das Gehirn sich auf eine Sache fokussieren. Wer auf Musik im Hintergrund nicht verzichten will, sollte sich auf Musik beschränken, die nicht 100%-ig dem eigenen Geschmack entspricht, denn die Lieblingsmusik bekommt grundsätzlich auch unbewusst mehr Aufmerksamkeit, ganz besonders wenn die Texte gut bekannt sind und das Gehirn sich gedanklich an dem Stück beteiligt.