Gebrauch eines Apostrophs in der deutschen Sprache


Gebrauch eines Apostrophs in der deutschen Sprache
Der Gebrauch eines Apostrophs bereitet Schülern, Studenten und auch erfahrenen Autoren nicht selten Kopfzerbrechen. Spätestens seit der neuen Rechtschreibreform, die bereits im Jahr 1996 eingeführt wurde, gibt es immer wieder Diskussionen darum, welche Nutzung korrekt ist. Die Regeln für den Apostroph, auch als Auslassungszeichen oder Hochkomma bekannt, sind dabei klar benannt. Welche sind dies also? Was ist die Funktion eines Apostrophs? Gibt es Ausnahmen? Im Folgenden sind alle Fakten verständlich aufgeführt.

Professionelle Hilfe

Wann wird das Apostrophzeichen verwendet?

Eine Vereinfachung für die korrekte Zeichensetzung lautet: Wird das Pronomen „es“ zu einem „s“ gekürzt, kommt der Apostroph zum Einsatz. Im Folgenden ein paar Beispiele für eine korrekte Apostrophierung:
  • Wie geht's? 
  • Hat's geklappt? 
  • Sag's bitte! 
  • Mach's gut, mein Freund!
Seit die Rechtschreibung reformiert wurde, wird der Apostroph für diese Art der Verkürzung jedoch als entbehrlich betrachtet. Daher ist es in diesen Fällen auch möglich, das Zeichen nicht zu verwenden: Wie gehts? Hats geklappt? Sags bitte! Machs gut, mein Freund!
Diese Anwendung des Apostrophs ist vor allem umgangssprachlich von Bedeutung. Für einen Sachtext an der Uni finden diese Beispiele kaum eine Anwendung. Da hier auf die Verkürzung der Buchstaben verzichtet wird. Eine Ausnahme machen literarische Texte aller Art.


Der Apostroph in der Genitivform - Eigennamen

Ist es nicht klar, ob es sich in der Genitivform eines Eigennamens um eine weibliche oder männliche Person handelt, kommt der Apostroph zur Verdeutlichung zum Einsatz:

  • Das ist Andreas Auto.“ – männlich oder weiblich?
  • Das ist Andrea’s Auto.“ – weiblich
  • Das ist Andreas’ Auto.“ – männlich
Ist es eindeutig ersichtlich, dass es sich um einen weiblichen bzw. männlichen Namen handelt, ist die Verwendung des Apostrophs zwar grammatikalisch nicht falsch, aber stilistisch nicht schön. In der Regel wird auf die Abkürzung verzichtet. 


Unbestimmte Artikel verkürzen

Neben der Genitivform und der Verkürzung von „es“ kann der Apostroph auch als Markierung für die Kürzung von unbestimmten Artikeln zum Einsatz kommen. Werden also die Artikel „ein“ oder „eine“ zu einem „n“ verkürzt, erlaubt die deutsche Sprache die Anwendung des Apostrophs im Wort. 
  • Was 'n toller Tag!
  • So 'n Unfug! 
  • Anna ist 'ne tolle Frau!

Hier ist es auch möglich, das Satzzeichen nicht zu nutzen. Es handelt sich dann nicht um einen Fehler. Welche Schreibweise bevorzugt wird, hängt ganz von der Vorliebe des Autors ab.

Tipp: Da die Grammatik hier einen Spielraum lässt, ist es wichtig, vor der Erstellung von offiziellen Dokumenten, wie etwa einer Facharbeit für die Uni, die Regeln zu erfragen. Generell gilt, innerhalb der Arbeit den Apostroph einheitlich zu verwenden. Wer sich zum Beispiel im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit dazu entscheidet, eine verkürzte Endung ohne Apostroph zu schreiben, muss er dies an jeder relevanten Stelle im Text anwenden.


Wann ist der Apostroph falsch?

Deutsch ist eine Sprache, die grammatikalisch komplexe Strukturen ermöglicht. Nicht selten führen umfangreiche Sprachgebilde dazu, dass Schriftzeichen aller Art eine inkorrekte Anwendung finden. Der Apostroph ist dafür ein klassisches Beispiel.
Wie bereits gesagt, ist der Genitiv-Apostroph für Eigennamen eine beliebte Fehlerquelle. Eine Ausnahme machen hierbei jedoch Firmenschilder. Auf gewerblichen Schrifttafeln kann der Apostroph zum Einsatz kommen, auch wenn klar erkennbar ist, um welches Geschlecht es sich handelt.
Kommt es zu einer Kombination aus einem bestimmten Artikel und einer vorangehenden Präposition, darf das Satzzeichen nicht genutzt werden:
  • aufs Auto
  • nebens Bett
  • unterm Stuhl
  • beim Tanzen
Ebenso inkorrekt ist der gern verwendete Plural-Apostroph:
  • Viele Autos
  • Drei Taxis
  • Lange Videos
Abkürzungen, die in der Pluralform genannt sind, erhalten ebenfalls kein Auslassungszeichen. In der Regel ist es ausreichend ein „s“ anzuhängen – CDs, GmbHs. Darüber hinaus gibt es den Fall, das „s“ einfach auszulassen – fünf Lkw(s).
Ein weiterer Fehler, der häufig zu beobachten ist, findet sich bei der falschen Apostrophierung von Worten, die auf –s enden: links, nichts, bereits.


In einigen Fällen ist der Apostroph unverzichtbar

Es wird also schnell deutlich, dass der Apostroph in vielen Bereichen individuelle Entscheidungen zulässt. Es gibt aber ein paar Fälle, bei denen die Anwendung eines Apostrophs unumgänglich ist. Kommt es zum Beispiel zu Auslassungen innerhalb eines Wortes, muss der Apostroph als Platzhalter dienen:
  • M'gladbach
  • D'dorf
  • Ku'damm
Benennt eine Satzkonstruktion einen Genetiv von Namen, ohne einen Artikel mit dem passenden Attribut zu nennen, muss der Apostroph ebenfalls zum Einsatz kommen. Dies gilt für Namen, die auf s, ss, ß, tz, z und x enden:
  • Hans' Tante
  • Max' Mutter
  • Oppentz' Gedichte

Apostroph und Akzent – den Unterschied kennen

An der Computertastatur, an der Handytastatur oder mit Zettel und Stift – der Unterschied zwischen Apostroph und Akzent bereitet vielen Sorge. Generell kommt ein Akzent-Zeichen immer dann zum Tragen, wenn die Aussprache eines Wortes auch in der Schriftform deutlich gemacht wird. Bekannt ist diese Art der Schriftzeichen bereits aus der Antike. Ein vollwertiges Akzent-Zeichen wird dabei über den zu betonenden Buchstaben gesetzt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Akzenten, die in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich zum Einsatz kommen. Heute gibt es zusätzlich Satzzeichen, die, genau wie der Apostroph, zwischen den Buchstaben zu setzen sind. Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um einen Akzent – wird aber häufig in der Umgangssprache so bezeichnet.
Unter anderem nutzen die Sprachen Französisch, Englisch, Polnisch und Kroatisch dieses Satzzeichen. In den einzelnen Sprachen hat das Zeichen unterschiedliche Bedeutungen. Niemals sollte es jedoch mit einem Apostroph im Deutschen verwechselt werden. Der Apostroph ist eine gerade Linie, die hinter dem Buchstaben zu sehen ist. Der Akzent hingegen wird schräg gesetzt – entweder über dem Buchstaben oder dahinter.