Exzerpieren für die wissenschaftliche Arbeit


junge Menschen, die Computer und Tablet, Bildung und Technologie Konzept verwenden

In jedem Studium geht es auch um die Fähigkeit Texte zu analysieren und deren Hauptaussagen unter Berücksichtigung spezifischer Fragestellungen in einen Kontext zu bringen. Farbige Markierungen, im Nachhinein nicht mehr zu entziffernde Randnotizen oder Haftnotizen erschweren jedoch den Überblick und sind in vielen Fällen keine optimale Herangehensweise an die Analyse eines Textes. Besser geeignet sind die Methoden und Vorgehensweisen des Exzerpierens.

Was bedeutet ein Exzerpt?

Bei einem Exzerpt handelt es sich um einen schriftlichen (mit der Vorlage übereinstimmenden) Auszug aus einem Text. Üblicherweise liegt einem Exzerpt eine Fragestellung zugrunde, unter deren Berücksichtigung der jeweilige Text aufbereitet wird. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise relevante Thesen oder Kernaussagen aus einem Text filtern und auswerten. Ein Exzerpt zählt in vielen Fällen zu den wichtigsten Grundlagen für das Erstellen von Masterarbeit oder Hausarbeit.
 

Die drei Arten des Exzerpierens

Es gibt keine generelle Herangehensweise beim Exzerpieren. Formale Anweisungen sind hier eher unüblich, da das Exzerpt vor allem für die verfassende Person selber schlüssig und nachvollziehbar sein muss. Trotzdem unterscheidet man ganz generell zwischen drei Arten des Exzerpierens.
 

1. Tabellarisches Exzerpieren

Das tabellarische Exzerpieren ist eine sehr ursprüngliche Herangehensweise. Hierbei wird der Text abschnittsweise untersucht und wesentliche Aussagen werden stichpunktartig in einer Tabelle festgehalten. Die Variante des tabellarischen Exzerpierens hat den Vorteil, dass sich Seitenzahl, Aussage und eigene Notizen in sehr übersichtlicher Form festhalten lassen.
 

2. Zitate Exzerpt

Bei einem Exzerpt stehen Zitate im Vordergrund. Hier geht es darum, direkte Originalzitate oder auch indirekte Zitate aus dem fremden Text herauszustellen, um eine Sammlung möglichst relevanter Zitate zu erstellen.
 

3. Paraphrasierendes Exzerpieren

Beim paraphrasierendem Exzerpieren geht es um die Wiedergabe wesentlicher Textabschnitte in eigener Formulierung. Üblicherweise exzerpiert man bei dieser Methode in ganzen Sätzen und als Fließtext. Der große Vorteil besteht hier darin, dass der Inhalt des Textes durch die Wiedergabe mit eigenen Worten wesentlich besser verstanden werden kann.
 

Wichtige Grundregeln für das Exzerpt

Um ein gelungenes Exzerpt zu erstellen, sollte man sich im Vorhinein überlegen, welches Ziel mit diesem Exzerpt verfolgt werden soll. Erst wenn die Fragestellung klar ist, kann mit der groben Durchsicht des Textes begonnen werden, indem man sich einen groben Überblick verschafft.
 

1. Einen Überblick verschaffen

Zu Beginn sollte sich ein genauer Überblick über die Struktur und den Aufbau des Originaltextes verschafft werden. Dabei wird ersichtlich in wie viele Kapitel und Unterkapitel der Text eingeteilt und wie die generelle Struktur aufgebaut ist. Nach einem gründlichen Lesen des Texts können die wesentlichen Stellen markiert werden.
 

2. Text absatzweise durchgehen

Im nächsten Schritt gilt es den Text absatzweise durchzugehen. Wenn der Text in Bezug auf eine bestimmte Fragestellung gelesen wird, ist es ratsam bereits während des Exzerpierens entsprechende Antworten festzuhalten, die sich aus dem Text entnehmen lassen. Steht kein bestimmter Fokus im Mittelpunkt, können für jeden Abschnitt die relevanten Kernaussagen festgehalten werden.
 

3. Jede Anmerkung festhalten

Zu sämtlichen Anmerkungen, nicht nur zu Zitaten sollten die Seitenzahlen fortlaufend angegeben werden. Das erleichtert eine spätere Orientierung.
 

4. Verdichten und konkretisieren

Im letzten Schritt geht es darum, den Text weiter zu verdichten bzw. ihn in Bezug auf die spezifische Fragestellung weiter zu konkretisieren. Sofern es möglich ist, kann das Exzerpt auch auf einem Schaubild visualisiert werden.
 

5. Exzerpt muss allgemein verständlich sein

Es ist wichtig, dass das Exzerpt auch ohne Kenntnis des jeweils zugrunde liegenden Textes verstanden werden kann. Dafür empfiehlt es sich immer in ganzen Sätzen zu schreiben, Stichworte und Notizen hingegen begünstigen spätere Missverständnisse.
 

6. Eigene Anmerkungen und Hauptaussagen trennen

Um zu verhindern, dass Aussagen des Autors mit der eigenen Meinung vermischt werden, ist es sinnvoll genau zu kennzeichnen, was eigene Anmerkungen und Kommentare sind und was nicht.

Zusammenfassung

Ein Exzerpt ist eine nützliche und wertvolle Methode, wenn es darum geht einen bestimmten Text oder bestimmte Literatur sorgfältig zu erschließen. Je nach konkretem Ziel bieten sich unterschiedliche Arten des Exzerpierens an. Immer dann, wenn neue Informationen effektiv eingeprägt werden sollen bzw. auch bei der Aufbereitung von Literatur für Seminare oder wissenschaftliche Arbeiten bietet es sich an die Methode des Exzerpierens zu verwenden. Dabei ist das Exzerpt jedoch immer nur ein Hilfsmittel, was bei individuellen Arbeits- oder Schreibprozessen wertvolle Unterstützung bietet.